Arbeitseinsatz bei 35°

Gunther berichtet:

Am Montag 7.8.17 kam der 5-köpfige Handwerker-/ Helfertrupp in Montenegro am Flughafen an und wurde herzlichst von Elena und Sonja begrüßt. Ein wirklich schönes Wiedersehen. Dann ging es Richtung Shkodra wo Alban schon wartete. In der Zeit war dann auch der sechste Helfer (Anreise im Auto mit seiner Familie) in Shkodra eingetroffen. Passte zeitlich perfekt.

Das Apartmenthotel ist direkt gegenüber der Schule. Also wurde abends noch das Material sortiert, die Heizkörper verteilt, die beiden 1000l-Speicher und der Kessel positioniert und die Pumpengruppen an der Wand montiert. Es sollte am nächsten Tag zügig mit den Elektro- und Heizungsarbeiten losgehen.

Die ersten Probleme ließen am Dienstagmorgen nicht lange auf sich warten. Das 2-köpfige Elektroteam brauchte dringend Leitern und ein Gerüst bei 3,5m Deckenhöhe. Die Heizungsbauer auch. Dank dem Improvisationstalent unserer albanischen Freunde war das schnell beschafft.

Nachdem unser gelernter Elektriker sich mit dem Standard der albanischen Elektroinstallationen so ganz langsam arrangiert hatte, ging es zügig los mit den schönen Strahlern als Schienensystem, den Deckenflutern, teilweise neuen Schaltern und Steckdosen (natürlich alles Produkte der Lüdenscheider Elektroindustrie).

Auch das Heizungsteam machte Fortschritte, ein Mann befestigte Heizkörper an der Wand. Die anderen beiden begannen mit Bohren der Wand-und Deckendurchbrüche. Dutzende von 40 bis 50mm dicken Löcher waren nötig. Der große Bohrhammer war samt dickem, langem Bohrer nur geliehen. Nach 4 – 5 Löchern haben wir aufgegeben. Das ganze Haus besteht aus 60cm dicken Bruchsteinmauern, auch die meisten Innenwände. In den ca. 30cm dicken Betondecken sind auch Bruchsteine mit eingegossen, abgesehen von sehr sehr vielen Stahlmatten. Das Haus ist eher ein Bunker als eine Schule von der Bauweise her.

Unmöglich zu bohren, Bohrer hängt permanent fest und Bohrer und Maschine wären in kürzester Zeit defekt gewesen. Wieder waren unsere albanischen Freunde gefragt. Ein albanischer Handwerker wurde hinzugerufen, aber dessen Maschine war auch nicht stärker als unsere. Der zweite albanische Handwerker hatte dann einen richtig schweren Stemmhammer und hat in einem 12-stündigen Kraftakt alle Durchbrüche gestemmt. Hut ab vor dem Mann! Jetzt konnte es auch mit der Heizung vernünftig losgehen. Ab jetzt war mindestens 12 Stunden arbeiten bei mindestens 35°C im Schatten angesagt.

Ein Freund von Horst Beste übernahm die Verrohrung der Heizkörper und hat das superschnell und ausdauernd erledigt. Obwohl er den Beruf nicht gelernt hat, hat er eine Arbeit wie ein Profi abgeliefert und das Ganze noch schneller als ein Profi! Es war ein Superteam zum Arbeiten zusammen gekommen. Danke, das hat Spaß gemacht und die geistige Unterstützung aus der Oberrahmede und der albanischen Gemeinde war stets zu spüren!

Der Heizungsbaumeister war an allen Ecken gefragt um zu erklären und zu instruieren wie die Heizung gebaut werden soll. Leider waren wichtige Materialien der Heizung auf dem langen Weg  von Deutschland bis nach Albanien verschwunden … was nun?

Sonja und Horst hatten nun einige Fahrten zum albanischen Installationsfachhandel vor sich um das Fehlende nach und nach zu beschaffen. Zum Glück ist Albanien mittlerweile recht gut sortiert im Fachhandel mit Rohren, Fittings usw.. Den Elektrofachhandel lernten sie auch gut kennen, da auch für die Elektrik noch Kleinigkeiten zu beschaffen waren. Der Knoten war geplatzt, endlich. Immer mehr Strahler waren unter den Decken, in den Klassen und im Gemeinderaum montiert, welch schönes Licht überall. Zeit für die elektrische Verdrahtung der Heizungsanlage fand sich auch noch irgendwann. Immer mehr Heizkörper waren angeschlossen,

das Kesselhaus nahm Form an, einfach nur schön. Nur noch kleine Restarbeiten am Sonntagmorgen waren nötig, nachdem der Gottesdienst wegen der Hitze am Samstag Abend stattgefunden hatte. Schon ging es am Montag zurück nach Deutschland, alle waren ausgelaugt von der harten Arbeit aber sehr glücklich. Jetzt müssen die albanischen Freunde nur noch aus der Heizungsnische einen Heizraum mauern und den Kamin aufbauen. Dann kann die Heizung im Herbst in Betrieb gehen.

Danken möchte das gesamteTeam der tollen und herzlichen Gastfreundschaft unserer albanischen Freunde. Wir wurden so toll verpflegt und die Zusammenarbeit mit den heimischen Freiwilligen und Handwerkern war einfach nur Klasse.

Ein dringende Spendenbitte noch: Der Wasserdruck in den Trinkwasserleitungen ist in Albanien sehr gering. Alle Häuser haben Druckerhöhungspumpen. Die Pumpe der Schule ist völlig verschlissen, damit konnte die Heizung nicht mehr vollständig gefüllt werden. Eine Extraspende für eine neue Pumpe würde uns sehr helfen.

Gunther’s Fotoalbum!

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